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Deutsche Geschichte

 

 

Gedenkstätte "Deutscher Widerstand 20. Juli 1944"

Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand befindet sich am historischen Ort des Umsturzversuches in der Stauffenbergstraße im Bendlerblock im Berliner Bezirk Mitte. Ursprünglich wurde die Gedenkstätte gegründet zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, insbesondere an die hier gestorbenen Ludwig Beck, Friedrich Olbricht, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim, Werner von Haeften.

Am 20. Juli 1952 legte nach einer Anregung von Angehörigen der Widerstandskämpfer Eva Olbricht, die Witwe des Generals Friedrich Olbricht, den Grundstein für ein Ehrenmal im Innenhof des Bendlerblocks. Am 20. Juli 1953 enthüllte Ernst Reuter das von dem Bildhauer Richard Scheibe geschaffene Ehrenmal, die Bronzefigur eines jungen Mannes mit gebundenen Händen. Im Rahmen verschiedener Initiativen wurde die Gedenkstätte mehrfach erweitert, ausgebaut und umgestaltet.

Zum 11. Jahrestag des Gedenkens an den Widerstand wurde am 20. Juli 1955 die Bendlerstraße (danach Bendlerblock) in Stauffenbergstraße umbenannt.

Eine Tafel mit den Namen der erschossenen Offiziere wurde durch den Berliner Bürgermeister Franz Amrehn am 20. Juli 1962 der Öffentlichkeit übergeben.

Der Text schließt die vier standrechtlich Erschossenen und Beck, der kurz vorher starb, ein:

 

        Hier starben für Deutschland

        am 20. Juli 1944

        Generaloberst Ludwig Beck

        General der Infanterie Friedrich Olbricht

        Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg

        Oberst Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim

        Oberleutnant Werner von Haeften

 

Auf Anregung aus dem Kreis der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 beschloss der Senat von Berlin 1967 die Einrichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte, die über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus informieren sollte. Die von dem Historiker Friedrich Zipfel verantwortete ständige Ausstellung wurde daraufhin am 20. Juli 1968 eröffnet. 1979 verständigten sich die Parteien im Abgeordnetenhaus von Berlin über die Absicht, die Gedenk- und Bildungsstätte zur erweitern.

1983 beauftragte der damalige Regierende Bürgermeister Richard von Weizsäcker den Historiker Professor Peter Steinbach und den Stuttgarter Gestalter Professor Hans Peter Hoch mit der umfassenden Dokumentation und Darstellung der ganzen Breite und Vielfalt des deutschen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus in einer ständigen Ausstellung. Diese wurde am 20. Juli 1989 in den historischen Räumen des Staatsstreichversuches im Gebäudeteil an der Stauffenbergstraße eröffnet. Über 5 000 Bilder und Dokumente informieren seitdem exemplarisch über die Motive, Handlungen und Ziele von Einzelnen, Kreisen, Gruppen und Organisationen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.  

 

Der Bendlerblock

Als Bendlerblock wird ein historischer Gebäudekomplex in der Nähe des Tiergartens am südlichen Rand des ehemaligen Diplomatenviertels bezeichnet. Bis 1945 ist die Geschichte des Hauses vom Militär bestimmt. Hier wird die deutsche Flottenrüstung geplant, hier sucht in der Weimarer Zeit die Reichswehrführung ihre Rolle im demokratischen Staat. Der Bendlerblock ist der Ort der "Lebensraum im Osten"-Ansprache Adolf Hitlers vom 3. Februar 1933, vor allem aber das Zentrum des Umsturzversuchs gegen das nationalsozialistische Regime am 20. Juli 1944.

Zentrum des Bendlerblocks ist heute der von der Stauffenbergstraße zugängliche Ehrenhof, der an das Schicksal der hier am 20. Juli 1944 erschossenen Offiziere erinnert. Text: Auszugsweise „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ und Wikipedia. Fotos: Klaus Tolkmitt

Öffnungszeiten der Gedenkstätte in der Stauffenbergstr. 13-14, 10785 Berlin-Mitte

Montag-Mittwoch und Freitag 9-18 Uhr. Donnerstag 9-20 Uhr. Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10-18 Uhr. Eintritt frei. Verkehrsanbindung: Bus M29 (Haltestelle Gedenkstätte Deutscher Widerstand), U-Bahn Kurfürstenstraße (10 Minuten Fußweg), S-und U-Bahn Potsdamer Platz (10 Minuten Fußweg).

 

 

 

 

 

Berliner Mauerweg

 

Der Berliner Mauerweg kennzeichnet den Verlauf der ehemaligen DDR-Grenzanlagen zu West-Berlin. Er führt über rund 160 Kilometer um die einstige Halbstadt herum. In den meisten Abschnitten verläuft die Rad- und Wanderroute auf dem ehemaligen Zollweg (West-Berlin) oder auf dem so genannten Kolonnenweg, den die DDR-Grenztruppen für ihre Kontrollfahrten angelegt hatten. Historisch interessante Abschnitte, in denen sich noch Mauerreste oder Mauerspuren auffinden lassen, wechseln mit landschaftlich reizvollen Strecken, die die Freude über die wiedergewonnene Einheit des Landes wachrufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Berliner Mauerweg ist ausgeschildert; in regelmäßigen Abständen helfen Übersichtspläne bei der Orientierung. Außerdem erhält man an mehr als 40 Stationen mehrsprachige Informationen über die Teilung Deutschlands, den Bau und den Fall der Berliner Mauer. Mit Fotografien und Texten werden Ereignisse geschildert, die sich am jeweiligen Standort zugetragen haben und die politische Situation

sowie den Alltag in der geteilten Stadt in Erinnerung bringen. Für die Planung von Radtour oder Spaziergang ist der Berliner Mauerweg in 14 Einzelstrecken gegliedert. Sie sind zwischen sieben und 21 Kilometer lang; Anfang- und Endpunkt aller Etappen kann man mit dem öffentlichen Nahverkehr bequem erreichen. Die Mitnahme von Fahrrädern ist in S-, U- und Regional-Bahnen grundsätzlich möglich. 

Foto: von oben 1 und 2 Klaus Tolkmitt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tour: Von Schöneweide nach Schönefeld

 

Diese Etappe ist nur sechs Kilometer lang und lädt zu diversen Abstechern ein. An der Michael-Brückner-Straße fahren Sie in nordwestlicher Richtung unter der Bahntrasse hindurch über den Sterndamm, an dem Sie im alten Rathaus Johannisthal (Nr. 102) das Bezirksmuseum besuchen können. Sollten Sie das Museum nicht interessieren, fahren Sie über den Groß-Berliner- und Segelflieger Damm durch die Stubenrauchstraße an den Teltowkanal. Jenseits des Teltowkanals vor der Rudower Höhe stehen noch Reste der „Hinterlandmauer“ am Original-Standort. Große Teile des Grenzstreifens

werden hier mit der Autobahn 113 sowie, weiter südlich, mit dem neuen Landschaftspark Rudow / Altglienicke überbaut. Südlich der Rudower Höhe, die einmal eine Mülldeponie war, verlief von einer Radarstation der US-Streitkräfte der Berliner Spionagetunnel zur Schönefelder Chaussee in Altglienicke im sowjetischen Sektor der Stadt. Der Tunnel verschaffte dem amerikanischen und britischen Geheimdienst Zugang zu jenen Telefonkabeln, die von den sowjetischen Streitkräften in der DDR für ihre interne Kommunikation genutzt wurden. Bis zu seiner Entdeckung im April 1956 war der

 

Tunnel 11 Monate in Betrieb und zeichnete rund 440 000 Gespräche auf ca. 50 000 Tonbandspulen auf. Die Bänder wurden täglich in die USA und nach England geflogen, wo die Informationen von etwa 600 Mitarbeitern ausgewertet wurden. Der Bau der ca. 450 Meter langen Röhre mit der aufwendigen Abhörtechnik war ein herausragendes Ereignis in der Geschichte des Kalten Krieges. Ein ca. sieben Meter langes Originalsegment des Spionagetunnels konnte geborgen werden und ist im AlliiertenMuseum, Berlin Zehlendorf ausgestellt.  Foto oben: Klaus Tolkmitt

Nicht weit vom ehemaligen

Grenzübergang Waltersdorfer Chaussee

hat sich auf der Höhe der Ost-Berliner Rheingoldstraße am 12. Februar 1987 eine dramatische Flucht zugetragen. Mit einem LKW waren Lutz Schmidt und Peter Schulze ins Grenzgebiet gefahren und bei Nebel und schlechter Sicht über die hintere Sperrmauer und mehrere Zäune geklettert, als an der „Vorderlandmauer“ DDR-Grenzsoldaten das Feuer eröffnen. Peter Schulze erreicht West-Berlin, Lutz Schmidt wird tödlich getroffen. Der Staatssicherheitsdienst der DDR zwingt seine Frau, die wahre Todesursache auch in der Familie geheim zu halten und von einem Unfalltod

ihres Mannes zu sprechen. Die Etappe des Mauerwegs endet an dem Grenzübergang, den West-Berliner, Bürger der Bundesrepublik und Ausländer seit 1963 benutzten, um zum Flughafen Schönefeld zu gelangen. Bei Vorlage ihres Tickets wurde ihnen ein Transitvisum ausgestellt. Ab 1980 verkehrte ein Zubringerbus zwischen Flughafen und Grenzübergang. Nachdem die Passkontrolle 1985 in die so genannte Transithalle des Flughafens verlegt worden war, konnten die Busse mit den Fluggästen aus West-Berlin die Grenze ohne Wartezeiten passieren. Die DDR-Regierung förderte den Reiseverkehr, weil die Tickets mit westlicher Währung bezahlt werden mussten, dem SED-Regime also Devisen einbrachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Waltersdorfer Chaussee gestern und heute.

 

Streckeninfos:

Die Strecke liegt östlich des ehemaligen Grenzstreifens und ist ausgeschildert. Von den Übersichtplänen vor Ort können Sie auch die endgültige Streckenführung ablesen.

 

 

Tour: Von Schönefeld nach Lichtenrade

 

Die Tour führt über weite Strecken an der Stadtkante entlang durch die unverbaute Landschaft im Süden Berlins. Der ehemalige  „Kolonnenweg" der DDR-Grenztruppenist hier zum Teil erhalten, auch Peitschenlampen stehen noch, die nachts den Grenzstreifen ausgeleuchtet haben. Am „Dörferblick“, einer knapp 90 Meter hohen, heute begrünten Müllkippe bog die DDR-Grenze rechtwinklig nach Norden ab; sie lief

auf das Panorama der Gropiusstadt und auf jene Stelle zu, an der zwischen 1973 und 1977 ein Loch in der Mauer war: Am Kölner Damm bestand ein provisorischer Übergang in die DDR, der nur für den Transport von Abfällen eingerichtet worden war. Von dort fuhren die Fahrzeuge der West-Berliner Stadtreinigungsbetriebe auf einer eingezäunten Straße zur Hausmülldeponie Großziethen. Eine Infotafel des Berliner Mauerwegs

markiert heute die Einfahrt zu der Deponie, auf der in vier Jahren ca. 4,4 Mio. Tonnen Müll gelagert wurden. Als Stadt ohne Umland hatte West-Berlin kaum Kapazitäten für eigene Mülldeponien und war daher während der Teilung auf langfristige Abfallbeseitigungs-Verträge mit der DDR angewiesen.

Von der Kreuzung Lipschitzallee fahren Sie an der Ringslebenstraße bis zum Buckower Damm, an dem ein Gedenkstein an die „gewaltlose Öffnung der Grenzanlagen“

zwischen Großziethen und Berlin-Buckow erinnert. Zum zehnten Jahrestag setzten am 2. Januar 2000 Vertreter des Bezirks Neukölln den Gedenkstein, „bei dem sich Neuköllner und Großziethener Gemeindevertreter mit Zeitzeugen in enger Verbundenheit und Gedenken an dieses große historische Ereignis trafen.“ Ein Blick in den Stadtplan zeigt die Ortsteile Buckow und Großziethen als ein geschlossenes Siedlungsgebiet, was einen Gedenkstein an diesem Ort noch verständlicher macht. In Höhe der Rathenower Straße biegt die Mauerlinie wieder nach Süden ab. Am Grenzweg biegt die Mauerlinie wieder nach Süden ab. Durch die Großziethener Straße zum Grenzstreifen zurückgekehrt, finden Sie auf Höhe der Wittelsbacher Straße das Gedenkkreuz für Horst Kullack. Er wurde am 31. Dezember 1971, im Alter von 23 Jahren, bei einem Fluchtversuch ohne vorherige Warnung angeschossen. Drei Wochen später erlag er am 21. Januar 1972 nach mehreren Operationen seinen schweren Verletzungen in einem Krankenhaus. Am Kirchhainer Damm (B96), den Sie passieren, ehe Sie zum S-Bahnhof Lichtenrade abbiegen, wurde 1977 die  „Grenzübergangsstelle Mahlow“ eröffnet.

Dort fuhren regelmäßig Transporte für Siedlungsabfälle und Bauschutt aus West-Berlin zur Deponie Schöneiche. Für die DDR-Grenztruppen wurde die B96 hier untertunnelt. Direkt an der Bahnstrecke, die damals stillgelegt war, kam am 26. Juli 1966 Eduard Wroblewski im Kugelhagel der DDR-Grenzsoldaten zu Tode. Vergeblich hatte er dort in den Abendstunden versucht, nach West-Berlin zugelangen. Einen Gedenkort für den damals 33-Jährigen gibt es nicht.

Streckeninfos:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Etappe ist 16 Kilometer lang, also vor allem für Radfahrer geeignet. 

 

Tour: Von Lichtenrade nach Lichterfelde Süd

 

Die Route von Lichtenrade nach Lichterfelde gehört landschaftlich zu den schönsten Strecken des Mauerwegs, an der allerdings nur

noch wenige Spuren der DDR-Grenzanlagen erhalten sind. Der abrupte Übergang zwischen Stadtkante und freiem Feld weist aber noch deutlich auf die jahrzehntelange gewaltsame Teilung hin und ist nicht nur ein bizarrer Anblick, sondern durchaus eine Spur des DDR-Grenzregimes. Bald nach der Beethovenstraße führt der Weg gerade nach Norden; man passiert die Hohenzollern- und Prinzessinnenstraße und biegt später westlich in Richtung Schichauweg ab. Am Rand der ehemaligen Rieselfelder entlang nähern Sie sich dem Areal der so genannten Geisterstadt. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde das 110 Hektar große militärische Sperrgebiet von der US Armee als Truppenübungsplatz genutzt. Von den Gebäuden und Straßen, in denen die Soldaten den bewaffneten Häuserkampf trainierten, ist nichts mehr zu sehen. Auf dem Areal, das zum Vermögen der Bundesbahn gehört, sollen voraussichtlich Wohnungen gebaut werden. Hinter der scharfen Rechtskurve beginnt die längste der Kirschbaumalleen zur Erinnerung an die Deutsche Einheit von 1990. Die Kirschbäume und die erklärende Hinweistafel wurden von japanischen Bürgern gestiftet. Hier werden die ehemaligen Grenzanlagen durch die Trassen der Anhalter Bahn und der S-Bahn unterbrochen. Im Unterschied zur Trasse der Dresdner Bahn konnten hier für den Mauerweg Unterführungen gebaut werden. Hinter der Bahntrasse führt die Strecke dann über Ahlener und Holtheimer Weg zum S-Bahnhof Lichterfelde-Süd.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tour: Von Lichterfelde Süd nach Griebnitzsee

Die Strecke verläuft anfangs westlich der Grenze auf ehemaligem DDR-Gebiet bis zum Teltowkanal und von dort am Wasser entlang zur Knesebeckbrücke. Hier wechselt der Weg auf das andere Ufer. Ein

Gedenkstein „für ein unbekanntes Maueropfer“ erinnert an Roland Hoff, der am 29. August 1961 gegenüber der Lichterfelder Wupperstraße durch den Kanal nach West-Berlin schwimmen wollte. DDR-Grenzsoldaten gaben fast 30 Schüsse auf den 27-Jährigen ab. Hoff wurde am Kopf getroffen und versank im Wasser. Zur Umfahrung des Bauhafens biegt der Mauerweg an der Sachtlebenstraße vom Kanal ab. Schiffe fuhren dort in die Wasserkontrollstelle ein. Der Radweg folgt ihr auf ehemals West-Berliner Gebiet bis zum Buschgrabensee, an dem Grenzlinie und Weg nach Westen abschwenken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diesem Abschnitt des Mauerwegs wird in der Paul-Gerhardt Straße an Klaus Garten, am südlichen Ufer des Teltowkanals (DDR, heute: Teltow, Brandenburg) zwischen Max-Sabersky-Alle und Zehlendorfer Straße an Roland Hoff und Günter Seling, an der Zehlendorfer Straße und Knesebeckbrücke an Peter Mädler und Karl-Heinz Kube erinnert, die an der Grenze zu West-Berlin von DDR-Grenzsoldaten erschossen wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An der Benschallee finden Sie einen Gedenkstein für „die Opfer der Teilung Deutschlands“. Hier verlässt der Mauerweg die Grenzlinie und führt nach Norden bis zum Königsweg, der erst kurz vor dem West-Berliner Kontrollpunkt Dreilinden mit der politischen Grenze, wenn auch nicht mit dem Verlauf der Mauer zusammenfällt. Fotos von oben nach unten: Am Teltowkanal, der ehemalige Grenzstreifen ist jetzt ein Grünstreifen, der Gedenkstein für die Opfer der Teilung. Fotos: Klaus Tolkmitt

 

Tour: Vom Griebnitzsee zum Wannsee

 

Diese Etappe beginnt am S-Bahnhof Griebnitzsee. Für DDR-Bürger war der See nicht zugänglich; erst nach 1990 ist der ehemalige „Kolonnenweg“ zum beliebten Spazierweg geworden. Um ein bleibendes Wegerecht für die Öffentlichkeit wird mit den alten und neuen Grundstücksbesitzern heftig gestritten.

Zwischen der Parkbrücke und der Königstraße durchfährt man die einstige DDR-Exklave Klein Glienicke, ein schmetterlingsförmiges Siedlungsgebiet, das von der Mauer umschlossen war. Eine Infotafel zum Berliner Mauerweg in der Waldmüllerstraße berichtet über die Geschichte der Exklave. Die angrenzenden Schlösser und Gärten sowie der Böttcherberg gehörten zu West-Berlin. Klein Glienicke war nur von Babelsberg über die Parkbrücke erreichbar, die von Grenzkontrollposten der DDR überwacht wurde. Leerstehende Häuser wurden abgerissen; 1979 musste die Kapelle geschlossen werden. Im Juli 1973

gelang zwei Familien durch einen 19 Meter langen, nur mit Kinderschaufel und Spatenblatt gegrabenen Tunnel vom Keller ihres Hauses die Flucht nach West-Berlin. Wegen des hohen Grundwasserspiegels galt ihr Grundstück laut „Grenzsicherungsplan“ als „nicht tunnelgefährdetes Gebiet“ und wurde nur sporadisch kontrolliert. Dass der Grundwasserspiegel in Hitzeperioden erheblich sinkt, hatten die Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR allerdings nicht bedacht. Auf der Königstraße kommt man  westlich zur Glienicker Brücke. Als „Grenzübergangsstelle Potsdam“ durfte sie nach dem Mauerbau nur von Mitarbeitern der west-alliierten Militärverbindungsmissionen, Privatpersonen mit Sondererlaubnis und später auch von in der DDR akkreditierten Diplomaten genutzt werden. Den Nimbus der „Agentenbrücke“ hat die Glienicker Brücke 1962 durch den Austausch des KGB-Agenten Rudolf Abel

gegen den amerikanischen Pilot Francis Powers erhalten, der während eines Spionageflugs über der Sowjetunion abgeschossen worden war. Nach dem Tausch kam es nur noch 1985 und 1986 zu vergleichbaren Aktionen. Doch die Faszination des Grenzübergangs blieb ungebrochen. 1989 war die Glienicker Brücke eine die beiden ersten zusätzlichen Übergangsstellen, die schon am Tag nach dem Mauerfall, am 10. November 1989 geöffnet wurden.

Zwischen dem Jagdschloss Glienicke und Kladow verlief die Grenze in der Mitte von Glienicker Lanke und Havel, westlich an der Pfaueninsel vorbei. In Kladow besteht die Möglichkeit, sich mit der Fähre über den Wannsee setzten zu lassen. In der Nähe der Anlegestelle ist die S-Bahn-Station.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Strecke ist ca. 25 Kilometer lang und lanschaftlich reizvoll, da sie hauptsächlich durch Wald und Flur am Wsser entlang führt.

Foto: Klaus Tolkmitt. Von oben nach unten: Der Wannssee. Die Glienicker Brücke. Am Fähranleger in Kladow. Das Strandbad Wannsee.

 

Fortsetzung Mauerradweg folgt

 

 

 

Das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in Berlin

Auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit befindet sich seit 1994 eine Gedenkstätte. Seit Juli 2000 ist diese eine selbständige Stiftung öffentlichen Rechts. Die Gedenkstätte hat die gesetzliche Aufgabe, die Geschichte der Haftanstalt Hohenschönhausen in den Jahren 1945 bis 1989 zu erforschen, über Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen zu informieren und zur Auseinandersetzung mit den Formen und Folgen politischer Verfolgung und Unterdrückung in der kommunistischen Diktatur anzuregen. Am Beispiel dieses Gefängnisses soll sie zugleich über das System der politischen Justiz informieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ehemalige

Da große Teile der Gebäude und der Einrichtung fast unversehrt erhalten geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der DDR. Wegen ihrer geografischen Lage in der Bundeshauptstadt gilt sie als einer der wichtigsten Erinnerungsorte für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland. In der Regel führen Häftlinge Besucher durch das Gefängnis und informieren sie über die Haftbedingungen und Verhörmethoden des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist ein Ergebnis der friedlichen Revolution in Ostdeutschland: Wären die Bürger der DDR nicht im Herbst 1989 auf die Straße gegangen und hätten freie Wahlen erzwungen, wäre das Gelände vermutlich noch heute Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit.


Ehemalige Häftlinge setzten sich Anfang der 1990er Jahre dafür ein, am Ort der Haftanstalt eine Gedenkstätte zu schaffen. 1992 wurde das Gefängnisareal daraufhin unter Denkmalschutz gestellt.

1994 wurde es erstmals für Besucher zugänglich gemacht. Im Dezember 1995 bildete die Berliner Senatsverwaltung für Kultur eine Stiftung in Gründung, mit der die institutionalisierte Arbeit der Gedenkstätte ihren Anfang nahm. Zum Komplex der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen gehören mehrere Gebäude: die ehemalige Großküche, die nach 1945 als Lager und in den 1950er Jahren als Untersuchungshaftanstalt diente (Altbau); der neue, 1961 fertiggestellte dreistöckige Gefängnisbau mit angegliedertem Vernehmertrakt (Neubau); das mehrfach erweitere Haftkrankenhaus des Staatssicherheitsdienstes; der so genannte Werkstatthof mit Unterkünften und Werkstätten für etwa 25 männliche

Strafgefangene, die dort handwerkliche Arbeiten verrichten mussten; ein ausgedehnter Garagentrakt für die Fahrzeuge der Beschäftigten sowie die äußeren Befestigungsanlagen mit drei Wachtürmen, einer Fahrzeugschleuse und einer vier Meter hohen, stacheldrahtbewehrten Mauer.

Foto von oben nach unten: Das Gefängnis ist heute eine Gedenkstätte. Zum Teil liegen die Zellen für die Häftlinge im Keller und hatten keine Fenster. Deshalb nannte man den Trakt auch U-Boot. Das Beispiel einer Zelleneinrichtung. Der "neutrale" Gefangentransporter und ein typisches "Vernehmerzimmer" .  Foto: Klaus Tolkmitt. Text: auszugsweise Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

 

Öffentliche Führungen für Einzelpersonen und Kleingruppen bis zu sechs Personen ohne Voranmeldung, Genslerstr. 13 A, 13055 Berlin-Hohenschönhausen
•  Montag bis Freitag 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr
•  Samstag/Sonntag/Feiertage stündlich zwischen 10.00 Uhr und 16.00 Uhr
•  Englischer Rundgang: Mittwoch, Samstag und Sonntag 14.30 Uhr
•  Besichtigung des Haftkrankenhauses jeden Mittwoch 13 Uhr
•  Besichtigung des "Grotewohl-Express" jeden Donnerstag im Rahmen der 13-Uhr-Führung

Eintritt:  Normaltarif 5,00 Euro
Ermäßigt *) 2,50 Euro
Schüler 1,00 Euro.

*) Studenten, Auszubildende, Senioren, Schwerbehinderte, Sozialhilfeempfänger, Erwerbslose, Wehr- und Ersatzdienstleistende sowie Inhaber der Berlincard.

 

 

Mauergedenkstätte / Bernauer Straße

 

Verzweifelte Menschen sprangen aus dem Fenster ihrer Wohnung nach West-Berlin und bezahlten mit dem Leben dafür. Aber auch erfolgreiche Fluchten fanden in der Bernauer Straße statt. Mit Fotoapparat und Filmkamera war die Weltöffentlichkeit dabei.

Die gewalttätige Zerstörung des Alltags durch den Bau der Berliner Mauer hat an der Bernauer Straße bis heute deutliche Spuren hinterlassen. Zwischen Brunnen- und Gartenstraße wurde der ehemalige Todesstreifen nicht überbaut und ist in ganzer Breite erhalten geblieben. Hier entsteht zurzeit die Open-Air-Ausstellung der Gedenkstätte Berliner Mauer.

Die offizielle Gedenkstätte zur Erinnerung an die Mauerzeit befindet sich in der Bernauer Straße. Die Straße, die die Grenze zwischen Wedding (West) und Mitte (Ost) markierte, war Ort tragischer Fluchtschicksale. Menschen aus dem abgeriegelten Ost-Berlin stürzten sich aus den Fenstern ihrer Häuser, um in den freien Westen zu gelangen. 37 Jahre nach dem Beginn des Mauerbaus, am 13. August 1998, weihte Berlin die Mauergedenkstätte an der Ecke Ackerstraße ein.

 

 

Das Mahnmal verzichtet bewusst auf dramatische Effekte, sondern will ein Ort der Besinnung sein. Ein 80 Meter kurzes Stück Grenzland wurde durch zwei sechs Meter hohe Stahlwände eingefriedet. Sehschlitze in diesen Wänden ermöglichen einen Blick in den Todesstreifen.

Zur Mauergedenkstätte gehören ein Dokumentationszentrum und die Kapelle der Versöhnung, die an der Stelle entstand, wo die DDR 1985 eine Kirche aus Gründen der Grenzsicherung sprengen ließ.

Anfang Dezember 2009 wurde das neue Besucherzentrum an der Bernauer Straße eingeweiht. Geöffnet ist der "Rostkubus" dienstags bis sonntags von 9.30 bis 18 Uhr.

Adresse: Besucherzentrum, Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Mai 2010 wurde der erste Abschnitt des neuen Gedenkstättenareals an der Bernauer Straße eröffnet. Das neue Ausstellungsareal erstreckt sich über die Länge von 350 Metern und umfasst einen Hektar Fläche. Der Bereich ist Teil eines 1,3 Kilometer langen Gedenkparcours, der entlang der Bernauer Straße

Beschreibungstext neben dem Boriginale Grenzanlagen und künstlerisch gestaltete Erinnerungsorte verbindet. In der Bernauer Straße hat die vollständige Abriegelung der Sektorengrenze ab dem 13. August 1961 auf besonders gewalttätige Weise in den Alltag der Anwohner eingegriffen. Von einem Tag auf den nächsten konnten sie ihre gewohnten Wege nicht mehr gehen. Nachbarn, Freunde und Verwandte wurden getrennt. Das Haus gegenüber gehörte zu einem anderen politischen System. Auch ohne ihr Zutun und gegen ihren Willen wurden die Bewohner der Bernauer Straße Augenzeugen und Akteure der deutschen Nachkriegsgeschichte in Berlin.

 

Text auszugsweise: Beeck, Clemens/Schneider Günter (Fotos): Highlights in Berlin. Der praktische Begleiter für Entdeckungstouren durch die Stadt. Jaron Verlag Fotos 2 bis 4 von oben: Klaus Tolkmitt

 

 

 

Checkpoint Charlie

Der Checkpoint Charlie zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die original Schlagbäume und Wachtürme des einstigen militärischen Kontrollpunkts sind längst durch Nachbauten ersetzt, die Mauer ist verschwunden. Doch die jährlich wachsende Besucherschar stört das überhaupt nicht.

Der einstige militärische Kontrollpunkt Checkpoint Charlie war neben der Glienicker Brücke der bekannteste Grenzübergang in Berlin. Und er war einer von drei, der durch die Amerikaner kontrolliert wurden. Die anderen waren die Grenzkontrollpunkte Helmstedt-Marienborn (Checkpoint Alpha) und Dreilinden-Drewitz (Checkpoint Bravo). Der Übergang durfte nur von Ausländern und Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR sowie von DDR-Funktionären benutzt werden.
Die Atmosphäre des Kalten Krieges war an kaum einen anderen Ort so frostig wie hier. Seine Bekanntheit erlangte der Übergang im Oktober 1961. Damals standen sich sowjetische und alliierte Panzer mit scharfer Munition gegenüber. Zudem war der Kontrollpunkt Schauplatz spektakulärer Fluchten, die nicht selten tödlich ausgingen. Das Museum am Checkpoint Charlie dokumentiert zahlreiche Fluchtversuche und zeigt verschiedene Fluchtobjekte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos von oben nach unten:

 

Der Grenzübergang Checkpoint Charlie kurz nach dem  Mauerbau und heute.

Der ehemalige Übergang an der Friedrichstraße/Kochstraße wird von den Touristen gern als Fotomotiv genutzt.

 

Foto li. Der Eingang zum Mauermuseum am Checkpoint Charlie.

 

 

 Fotos: Klaus Tolkmitt

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foto@auetal-press.info